Klaus Allofs reagiert gelassen auf die Veröffentlichung der Spieler-Gehälter beim VfL Wolfsburg durch das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. "Damit müssen wir leben", sagte der Manager des Fußball-Bundesligisten unserer Zeitung, stellt aber auch klar, dass Fantasiegehälter künftig nicht mehr zu verdienen sind.

In seiner aktuellen Ausgabe berichtet das Magazin von exorbitant hohen Gehältern, die beim VfL gezahlt würden und bezieht sich dabei auf eine Gehaltsliste aus der vergangenen Saison 2011/12, die dem Spiegel vorliege. Die Angaben sind Brutto-Gehälter, also vor Abzug aller Steuern. Zudem sind bei der Liste etwaige Handgeldzahlungen bei ablösefreien Wechseln, Boni für das Erreichen bestimmter Saisonziele oder Punkt- und Einsatzprämien in dieser Liste nicht aufgeführt.

Demnach war Diego in der vergangenen Saison der Spitzenverdiener beim VfL mit einem Jahresgehalt von 8,2 Millionen Euro. Christian Träsch soll ein jährliches Salär von 2,8 Millionen Euro bezogen haben, Stürmer Srdjan Lakic sei mit 2,6 Millionen Euro entgolten worden. Und Grafite, im Sommer 2011 in die Vereinigten Arabischen Emirate gewechselt, soll zuletzt rund 5,4 Millionen Euro verdient haben. Weitere Jahres-Einkünfte: 2,9 Millionen Euro für Thomas Hitzlsperger, 2 Millionen Euro für Sotirios Kyrgiakos, 2,4 Millionen Euro für Simon Kjaer. Vergleichsweise bescheidene 600 000 Euro im Jahr soll Nachwuchsmann Mateusz Klich verdient haben.

Die nun im Spiegel veröffentlichen Gehälter hat Allofs nicht zu verantworten, ist er doch erst seit dem 15. November vergangenen Jahres beim VfL Amt. Diego, Kjaer und Lakic wurden von Dieter Hoeneß verpflichtet, Träsch, Hitzlsperger, Klich und Kyrgiakos kamen unter Felix Magath, und Grafite verlängerte seinen Vertrag 2009 unter dem damaligen Trainer und Geschäftsführer Armin Veh.

Bestätigen oder dementieren will Allofs den Spiegel-Bericht nicht, doch die Art der Berichterstattung ärgert ihn. "Das sind Artikel, mit denen ich nicht viel anfangen kann. Denn ich habe generell ein Problem damit, wenn wie in diesem Fall ein früherer Vereinsfunktionär anonym zitiert wird, um vermeintliche Informationen zu untermauern."

Dass der VfL durch Geldgeber Volkswagen finanziell nicht schlecht dasteht, kann und will Allofs allerdings nicht leugnen. "Man muss sich nicht kleiner machen, als man ist. Wir gehen weiter unseren Weg, haben mit VW einen starken Partner und wollen gemeinsam etwas erreichen."

Doch auch er gibt zu, dass in der Vergangenheit die Maßstäbe in Wolfsburg etwas verrutscht sind. "Es ist sicherlich so, dass bei dem ein oder anderen Spieler in der Vergangenheit etwas über das Ziel hinausgeschossen wurde", sagt er und kündigt an, dass die Zeiten der maßlosen Gehälter in Wolfsburg der Vergangenheit angehören. "Wir wollen erfolgreich sein, das Geld aber auch dabei sinnvoll einsetzen. Unsere Aufgabe ist auch, dass wir einige Dinge besser als in der Vergangenheit machen wollen."

Rückendeckung erhält er von Francisco Javier García Sanz. Der VW-Vorstand und VfL-Aufsichtsratsvorsitzende wollte dem Spiegel gegenüber die Gehalts-Liste zwar nicht kommentieren, sagte dem Magazin aber immerhin mit Blick auf das Ende der Magath-Ära und die Verpflichtung von Allofs: "Wir haben den Schalter umgelegt."

13.01.2013 15:04:08